Chronik der FF Tulbing

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Lange vor der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Tulbing war die Gemeinde Tulbing schon im Besitz einer sogenannten „Feuerspritze“. Diese wurde - wie ein Schuldschein des 19. März 1835 bestätigt, um 330 Gulden eingekauft. Diese Feuerspritze wurde von jedermann bedient. Dieser Ankauf war notwendig, da die damalige Bauweise (Schindel- und Strohdächer) einen Brand geradezu begünstigte. Laut Herrn Pfarrer Dr. Geiblinger brach z. B. am 27. April 1851 um 14.45 Uhr in einem Schuppen ein Brand aus, der bis 17.00 Uhr 32 Häuser samt allen Wirtschaftsgebäuden vernichtete. Es dauerte aber immerhin noch 29 Jahre, bis im Jahr 1880 an die Gründung einer Feuerwehr gedacht wurde.
Es folgen wortgetreue Auszüge aus der Chronik der FF Tulbing: 

wortgetreuer Auszug Chronik FF Tulbing Titel 

 

  Gründung

Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr fällt in das Jahr 1880. Immer größer trat unter den damaligen Verhältnissen die Notwendigkeit der Gründung einer Feuerwehr heran.
Der Ort zählt nicht weniger als 80 Nummern, in denen bis zu 800 Seelen verteilt sind. Die Gemeinde besaß wohl eine Feuerspritze, doch die war neben ihrer mangelhaften Konstruktion sehr gebrechlich, alt und ungemein schwer transportabel, sodass entfernter liegenden Ortschaften nie Hilfe gebracht werden konnte.

wortgetreuer Auszug Chronik FF Tulbing Text
 
Zur Bedienung dieser Spritze war jedermann das Recht eingeräumt und wurde meistens von dem zuerst angekommenen gehandhabt. Wiederholt kam endlich die Aufforderung von der Bezirkshauptmannschaft Hemals in Tulbing eine Feuerwehr zu gründen.
 

ehm. Fa. Faber später Knaust in Wien
Abbildung 1; ehm. Fa. Faber später Knaust in Wien

Doch die erste Bedingung die herantrat, war, dass eine neue Feuerspritze angeschafft werden müsse. Dies wurde am 7. November 1880 in der Gemeinderatsitzung beschlossen. Doch wie die Mittel anschaffen? Alle Mitglieder erklärten, dass die Herbeischaffung der Mittel bei dem Schuldenstande nicht möglich sei.
Es wurde hierauf die Gutsverwaltung (Mauro Cordato, Fürst und griechischer Gesandter in Rom) mit der Bitte in Kenntnis gesetzt, der Gemeinde eine Unterstützung beikommen zu lassen.
Am 25. September 1880 kam auch die Erledigung jenes Bittgesuches mit folgenden Bedingnissen; Macht Fürst Mauro Cordato Erl. der Gemeinde 500 F1 (fünfhundert Gulden) zum Geschenk und gibt 1.000 Gulden im Voraus ohne Perzent, dafür müsse die Gemeinde das Jagdpacht Verlängern und es kommen jährlich hundert Gulden als Pachtbetrag in Abzug. Letzter Betrag war zur Tilgung der Gemeindeschulden bestimmt. Die Gemeinde war einverstanden mit der Klausel, wie das Sitzungsprotokoll vom Oktober 1880 es ausweist.
 

Feuerspitze Josef Hekele

 

Feuerwehrlied
aus dem Jahre 1880

Hört ihr der Glocke dunklen Klang
und Hörnerschall den Ort entlang,
der Wehrmann küßet Weib und Kind
und eilt zur Hilfe gleich geschwind,
ihm gilt nur eins, ihn ruft die Pflicht,
‘drum scheut er Gefahr und Tode nicht.

Wenn er oft kühn ein Wagnis tut
geschieht es nicht aus Übermut,
für Nächstenliebe nur allein
setzt er getrost sein Leben ein.
Er scheut nicht Hitze, scheut nicht Glut
gilt es zu retten Hab und Gut,
er denkt nur eins, s’ist Gottes Ehr
gibt er dem Nächsten Schutz und Wehr.

lhr Brüder reicht euch treu die Hand
es lebe unser Wehrverband!
Wir alle stehn‘ für einen ein,
das soll für uns der Wahlspruch sein.
Gott schütze unsere wackere Schar
und auch vor nächster Brandgefahr
der Ruf ertöne, Gott zur Ehr
es lebe hoch die Feuerwehr!

 

Es wurde nun eine neue Feuerspritze um den Betrag von 1.050 F1, sage eintausend- fünfzig Gulden, v. Heckec, Fünfhaus in Wien, angeschafft.
Nun ging es an die Aufstellung einer Feuerwehrmannschaft. Es wurde im Dorf bekanntgemacht, wer dem Vereine beitreten will, wolle sich beim Bürgermeisteramte welches damals Franz Bickl, Gastwirt Nr. 67 bekleidete, melden.

Junge kräftige Burschen und tatkräftige Männer strömten herbei, diesen so nützlichen Verein zu stärken; Ihre Zahl betrug 23.
Am 8. September schritt man auch zur Wahl der Chargen. Es wurden gewählt:
Johann DOPPLER zum Hauptmann mit 19 Stimmen, Gabriel HESKY (Arzt) zum Hauptmann-Stellvertreter mit 21 Stimmen, Leopold NAGEL zum l. Leitmann mit 23 Stimmen, J. HEILAND zum 2. Leitmann mit l8 Stimmen, L. ECKERL zum Schriftführer u. Kassier mit 23 Stimmen.
So war die Sache so weit hergestellt, dass die Arbeit beginnen konnte. Ich kann nicht umhin um die Sache noch etwas zurückgreifen, die Schwierigkeiten zu erwähnen, die der erwähnte Zeitraum in seinem Gefolge hatte. Die meisten Schwierigkeiten boten wohl die Feinde dieses Vereines die es nur Kinderspiel nannten, denen alles daran gelegen wäre, den Verein zertrümmert vor seinen Füßen zu sehen.
Sie alle aber sahen ihre Fehler ein und zählten nun zu der ausgewählten Schar. Sie alle steuern ihr Schärflein bei, den Verein nach Möglichkeit zu unterstützen, ihm die Mittel an die Hand zu geben, zum Wohle und zur Sicherheit des mit seinem Fleiße erworbenen Besitzers und Vermögens, zu wirken, wie es eben die “edle Bestimmung” eines solch nützlichen Vereines ist, dessen Wachsen und Gedeihen auch künftig hin unser sehnlichster Wunsch ist.
Es soll aber auch zum Schlüsse noch derjenigen Männer gedacht werden, die sich besonders um die Gründung verdient gemacht haben.
Wie schon erwähnt, geschah die Gründung unter dem Regime des Bürgermeisters J. F. Bickl, doch wäre auch sein Bemühen erfolglos geblieben, wenn ihm nicht tapfere kampfesmutige Männer für die Sache treulich zur Seite gestanden wären. Diese sind besonders Johann Doppler (Hauptmann), Leopold Eckerl, Gabriel Hesky, welche tatsächlich das Werk in Szene setzten. Aber auch eines anderen Wohltäters muß ich gedenken, der entfernt vom hiesigen Orte der Gemeinde Wohl am Herzen lag. Dieser Mann ist Lehrer Johann Köstelbauer aus Tulln. Freiwillig ließ sich dieser hoch edle Mann herbei, wöchentlich zwei bis dreimal dem ein und eine halbe Stunde weiten Weg zu machen, um die Feuerwehr abzurichten, um ihr das Dienstreglement beizubringen, ohne das geringste Entgelt zu nehmen. Ihm seien diese Zeilen zum Dank gebracht.

Schauübung am 21. Mai 1881

Abbildung 2; Schauübung am 21. Mai 1881

Verschiedenes:
Als die Abrichtung beendet war, feierte die Feuerwehr am 21. Mai 1881 ihr Gründungsfest. Dasselbe bestand aus einer Schauübung, zu der die Feuerwehren umliegender Ortschaften eingeladen wurden und sich auch wirklich an dem Freudenfest zahlreich beteiligten.
Die Schauübung fiel zur Befriedigung der Zuseher aus und das Fest endete mit einem Tanzkränzchen, dessen Ertrag der Kassa der Freiwilligen Feuerwehr zufiel. Ferner wurde von der Leitung der Freiwilligen Feuerwehr für jedes Jahr ein Ball festgesetzt. Der 1. Ball am 11. Februar 1882, der 2. Ball am 28. Jänner 1883.

 

  1891

Übung im Schloss.

 

Schauübung im Schloss 1891
  1894

wurde in der Ausschusssitzung beschlossen, zur leichteren Verarbeitung einen Hydrophor anzukaufen.

1894 Die 2 Hydraphor mit Mannschaft vor dem 1. Gerätehaus

Abbildung 3; 1894: Die 2 Hydraphor mit Mannschaft vor dem 1. Gerätehaus


  1896

Am 1. August brach in Tulln ein Feuer aus. Die Freiwillige Feuerwehr war 3 Stunden in Aktion. Am 10. September wurde durch Sturmläuten um 7.00 Uhr abends Feuer agnostiziert. Aber über Nitzing von einem starken Nebel überwölkt konnte kein Feuer gesehen werden. Es fuhr ein Train ab nach Nitzing, aber man konnte kein Feuer entdecken. Der Train fuhr gleich wieder zurück. Am anderen Tag hörte man, dass ein Haus abgebrannt ist.

In den folgenden Jahren wurde immer auch den umliegenden Ortschaften Königstetten, Langenlebarn, Staasdorf, Freundorf, Zeiselmauer, Ollern, Katzelsdorf, Muckendorf, Asparn, Ried, Nitzing, Wolfpassing, Wilfersdorf, Tulln und anderen Hilfe gebracht. Dass dies möglich war, grenzt - verglichen mit den technischen Möglichkeiten in unserer Zeit - an ein Wunder. Gab es doch weder Telefon, Autos etc. Zu diesen Zeiten wurde noch mit Signalhörnern alarmiert und mit Pferdegespannen ausgefahren.

Dazu schreibt die Chronik 1888, dass der Feuerwehrmann Karl Iselstöger im Zuge der Alarmierung eines Brandes infolge des Anlaufens mit dem Bauernknecht Johann Bichler in der Unterluppe derart verletzt wurde, dass derselbe 14 Tage in häuslicher ärztlicher Pflege gestanden und von der Unterstützungskasse mit 15 Kronen beteilt wurde. Weiters wurde am 15. März des Jahres 1890 um 10.00 Uhr abends das Feuersignal (Brand von 2 Scheunen in Freundorf) gegeben.

1896 nach einer Übung beim gemütlichen Teil!

Abbildung 4; 1894: nach der Übung beim gemütlichen Teil!


25- jähriges Bestandsjubiläum

Abbildung 5; 25- jähriges Bestandsjubiläum


Die Vorspann wurde von Herrn Bernhuber beigestellt. Jedoch kam es nicht zum Fortfahren, weil die Pferde gleich vor der Requisitenkammer durchgingen und die Feuerspritze beim Haus Nr. 82 zu Boden stürzte und mehrere Bestandteile der Spritze dabei zerbrachen, sodass selbige zur Reparatur zum Spritzenfabrikant Heckel überführt wurde. Die zwei Scheunen brannten übrigens vollständig ab.


1905 25- jähriges Bestandsjubiläum vor der Volksschule

Abbildung 6; 1905: 25- jähriges Bestandsjubiläum vor der Volksschule



  1897

Am 30. Juli sind wir von einer großen Wasserkatastrophe heimgesucht worden. 60 – 70 cm hohes Wasser bei den Häusern. Die Feuerwehr war von 8.00 Uhr abends bis 12.00 Uhr mittags ununterbrochen mit der Bergung von Kindern, Einrichtungen, Rindern und Schweinen beschäftigt. Hauptmann Dürstinger hätte bald bei dem Hause Nr. 65 sein Leben eingebüßt.

 

  1905

Die Feuerwehr Tulbing feierte am l3. August 1905 das 25-jährige Bestandsjubiläum, welches festlich begangen wurde. Die Feuerwehr Tulbing feierte am l3. August 1905 das 25-jährige Bestandsjubiläum, welches festlich begangen wurde.

Aus diesem Anlass waren fast alle Häuser des Ortes Tulbing festlich geschmückt. Am Festvorabend veranstaltete die jubilierende Feuerwehr einen imposanten Fackelzug mit Musik und brachte vor den Wohnungen der Honoratoren, sowie Gönnern und Förderern der Feuerwehr ein Ständchen. Am Sonntag gelangte nach stattgehabten Festgottesdienst und Festpredigt der Empfang der zahlreich erschienenen Feuerwehrmänner durch weiß, festlich gekleidete Ehrenjungfrauen.

Nach der exakt durchgeführten Schauübung hielt Eduard Kisling eine schwungvolle, mit großem Beifall aufgenommene Festrede, indem er mit einem dreifachen Hoch auf seine Majestät, unseren erhabenen Kaiser schloss. Darauf nahm Johann Kowarz als Vertreter des NÖ Landesunterstützungsvereines die Dekorierung der jubilierenden 8 Feuerwehrmitglieder, sowie deren Beteilung mit Diplomen vor und endete mit einem dreifachen Hoch auf den Protektor dieses schönen Unternehmens seiner k. u. k. Hoheit Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich. Nach den treffenden Worten des Bezirks- Feuerwehr- Verbandsobmannes Franz Hartl mit welchen er die anwesende Gemeindevertretung ersucht, die opferwillige Tätigkeit dieses erhabenen Vereines zu unterstützen, sprach Bürgermeister Josef Bleichner die Zuversicht aus, dass dies in Hinkunft ebenso gepflogen werde, wie es bisher gewiss jederzeit nach tunlichster Möglichkeit geschah. Nachdem der Hauptmann der Feuerwehr Tulbing Johann Dürstinger jeden der Anwesenden die sich um das stattgehabte Fest seinen besonderen Dank und sämtlich Anwesenden für die bekundete Teilnahme den besten Dank ausgedrückt hatte, bewegte sich ein nicht endend wollender Festzug unter Musikklängen durch den Ort. Mit einem im Gasthaus des Josef Reibenwein anschließenden Gartenkonzert begann der gemütliche Teil dieses durch das schönste Wetter begünstigte Fest, worauf sich ein bis in die Morgenstunden andauerndes Tanzkränzchen in den hellerleuchteten drei Tanzsalons angliederte und diesen schönen Tag beschloss.

25 jähriges Bestehen Medaillie

In der Absicht, verdiente Mitglieder und Bedienstete von Feuerwehren und Rettungskorps durch ein sichtbares Zeichen allerhöchster Anerkennung zu belohnen, haben seine k. u. k. Apostolische Majestät mit allerhöchster Entschließung vom 24. November 1905 eine Medaille allergnädigst zu stiften und für die Verleihung die in nachstehenden Statuten dargelegten am 2. Dezember 1905 verlautbarten Grundsätze huldvollst zu genehmigen geruht. Die Verleihung dieser Medaille ist mit feierlicher Weise am 29. April in Tulln vom Grafen Steinach k. u. k. Bezirkshauptmann von Tulln feierlichst überreicht werden.

 

  1909

Ankauf einer Steigleiter, dreischiebig von der Fa. Just aus Wien. Kostenpunkt 780 Kronen.

 

  1914

wurde eine Feuerwehr- „Filiale“ am Tulbinger Kogel gegründet. Angeschafft wurde eine zweirädrige Fahrspritze samt allen dazugehörigen Gegenständen, sowie Helme, Gurten und Beile für die Mannschaft. Auch 150 m Schläuche zuzüglich einer Steckleiter und eine Fackel wurden beschafft.

 

  1926

Am 1. November (Allerheiligen), es ist nicht einmal noch 1 Jahr her seit dem letzten Brand in Tulbing, ertönte um 12.30 Uhr nachts das Ortsfeuersignal. Die ganzen Bewohner des Ortes stürmten auf die Straße und man sah auch schon die Scheune von Anton Eckerl in hellen Flammen stehen. Durch den heftigen Sturm, welcher die ganze Nacht gewütet hat, konnte das Feuer

1914 Zweirädrige Fahrspritze und Mannschaft der Feuerwehr Filiale am Tulbinger Kogel

Abbildung 7; 1914: Zweirädrige Fahrspritze und Mannschaft der Feuerwehr Filiale am Tulbinger Kogl


so rasch überhand nehmen, dass es auch die Stallungen und das Wohngebäude angriff. Trotz aller Bemühungen und Anstrengungen auch schon anderer Feuerwehren konnte das Feuer nicht zurückgehalten werden. Das Haus und die Scheune des Josef Doppler, sowie die Scheune des Herrn Nagl und das Haus des Herrn Kyziwat gelangten in Brand. Alle diese Gebäude wurden vollständig eingeäschert. Nur der großen Opferwilligkeit und dem unermüdlichen Streben der vielen Feuerwehren und der Ortsbewohner war es zu verdanken, dass das Unglück nicht noch größer geworden ist. Leider hatten wir noch ein größeres Unglück und zwar ein Menschenleben beim letzten Brand zu verzeichnen. W. Winter aus Ried, musste infolge des Kraftstromes des Herrn Eckerls sein Leben einbüßen. Herr Winter ging in den Hof des Herrn Eckerl und stieg auf den infolge des Brandes abgerissenen Kraftstromanschluss, wurde zu Boden geworfen und musste sein Leben lassen. Gott gebe ihm die ewige Ruhe!

Auch die Feuerwehr hatte einen Verlust von 30 Meter Schläuche und einer Drehleiter. Die Leiter wurde auf Ansuchen der Feuerwehr um eine Subvention bei der Landesfeuerwehrversicherung ‚mit 40 S und bei der wechselseitigen Brandschaden und Janus.-Versicherung mit 100 S ersetzt.

Den beiden Versicherungen unseren herzlichen Dank. Ferner sind bei diesem Brand 13 Feuerwehren erschienen und zwar: Katzelsdorf, Königstetten, Nitzing, Ried, Ollern, Wilfersdorf, Chorherrn, Freundorf, Langenlebarn, Zeiselmauer, Wördern, St. Andrä und Muckendorf - allen diesen unseren herzlichsten Dank.

Besonderen Dank sprechen wir der Feuerwehr Katzelsdorf und Wördern aus, welchemit ihrer Motor- und Autospritze so viel Tatkräftiges geleistet haben. Bei der am 21 . Dezember 1926 abgehaltenen Versammlung wurde mit Zustimmung des Herrn Bürgermeisters der Grundstein zu einer Motorspritze mit dem Beitrag von 100 Schilling gelegt.

 

Motorspritze, Baujahr 1927

Abbildung 8; Motorspritze, Baujahr 1927

  1927

Es wurde wieder ein Feuerwehrball und ein Weinlesefest veranstaltet, welche den Reinertrag von 677 Schilling ergaben. Am 29. Jänner, Rauchfangbrand in der Gratzl Villa. Am 27. März wurde zu Gunsten der Wehr ein Feuerwehrfilm in Tulbing vorgeführt, welcher einen Reinertrag von "170 Schilling ergab. Am 7'. August Brand in der Scheune des Johann Schaffler. Durch das schnelle Eingreifen konnte ein Übergreifen auf die angrenzenden Objekte verhindert werden. Der Feuerwehrmann Josef Steinböck hatte sich durch die große Hitze Brandwunden zugezogen, sodass er sich zur ärztlichen Behandlung begeben musste.

Es waren 10 auswärtige Feuerwehren anwesend. Am 21. August wurde eine Vollversammlung der ganzen Gemeinde zwecks Ankaufs einer Motorspritze einberufen, wobei man zu dem Schluss gelangte, bei der Wiener Messe im September um eine solche Umschau zu halten. Tatsächlich wurde bei der 13. Wiener Messe eine Motorspritze um den Preis von 9.600 Schilling gekauft. Diese wurde am 26. November von der Bahnstation Tulln in das Requisitenhaus überstellt, welches durch den Oberingenieur des Landesverbandes Hartmann ausprobiert und für tauglich befunden wurde.

  1928

Am 13. Jänner stand die Schupfe des Johann Schaffler in hellen Flammen. Die Scheune und Schupfe des Herrn Unterauer grenzte aber eng an und konnte daher den Flammen nicht entrinnen. Bei diesem Brand musste unsere neu angekaufte Motorspritze ohne jede Weihe ihre Feuertaufe ablegen.

 

Weihe der Motorspritze mit Patin Rosa Mattis


Abbildung 9; Weihe der Motorspritze mit Patin Rosa Mattis



1928 Die Motorspritze samt Mannschaft

Abbildung 10; 1928: Die Motorspritze samt Mannschaft


Man konnte schon bei diesem Brand die Vorteile einer Motorspritze gegenüber der alten Feuerspritze wie die unsrige feststellen. Am l9. Jänner brannte die Scheune von Herrn Galler vollständig ab. Am 5. Februar wurde der Feuerwehrball abgehalten, der einen Reinertrag von 335,30 Schilling erbrachte. Am l7. Juni fand die Weihe der Motorspritze statt. Rosa Mattis war Patin. An Ehrengästen konnten begrüßt werden: Herr Minister Buchinger, Herr Bezirkskommandant Hummel, die Feuerwehren Tulln, Mauerbach, Sieghartskirchen, Ried, Königstetten, Muckendorf, Ollern, St. Andrä- Wördern und Nitzing. Insgesamt waren 180 Mann angetreten. “Sehr schöne” Gedichte trugen die Schülerinnen Mitzi Schiel, Mitzi Bichler und Pepi Wallner vor. Der Männergesangsverein trug zur feierlichen Gestaltung wesentlich bei.

 

  1931

Am 30. August wurde das 50-jährige Bestandsjubiläum gefeiert. An Ehrengästen konnten der Landeshauptmann Josef Reither, der Bezirkshauptmann, der Landesfeuerwehrbeirat Bachner und der Bezirkskommandant Hammel begrüßt werden. Insgesamt nahmen 16 auswärtige Wehren mit 144 Mann daran teil. Bei einer anschließenden Schauübung wurde der Unterschied zwischen der alten Feuerspritze und unserer (neuen) Motorspritze deutlich ersichtlich.

 

  1956

75-jähriges Bestandsjubiläum mit der Weihe des neu angekauften TSW und einer neuen TS. Es nahmen l3 Feuerwehren mit 130 Mann an den Feierlichkeiten teil.


75 jähriges Bestandsjubiläum

Abbildung 11; 75- jähriges Bestandsjubiläum


  1967

Ankauf eines neuen Kleinlöschfahrzeuges mir Anhänger.

 

  1971

Ankauf eines gebrauchten Rüstfahrzeuges mit Allrad und Seilwinde. 90- jähriges Bestandsjubiläum.

 Das gebrauchte Rüstfahrzeug DODGE

Abbildung 12; Das gebrauchte Rüstfahrzueg DODGE

 

  1978

Ankauf eines neuen Rüstfahrzeuges R5 auf Unimog.

Das neue Rüstfahrzeug UNIMOG 

Abbildung 13; Das neue Rüstfahrzeug UNIMOG

 

  1979

Ankauf eines gebrauchten Tanklöschfahrzeuges 4000.

 

  1980

22 Technische und 2 Brand- Einsätze.

 

Abbildung 14; 100- Jahr- Feier

 

  1981

Einsatz bei der Sturmkatastrophe in Wien. 100- Jahr- Feier mit Leistungsschau, Bezirksleistungsbewerbe etc.

 

  1982

1. Platz bei internationalen Bewerben in Gerstetten.

 

  1983

Ankauf eines Kleinlöschfahrzeuges.

 

  1985

Großbrand im Kraftwerk Dürnrohr.

Baubeginn des neuen Feuerwehrhauses.

 

Baubeginn des neun Feuerwehrhauses

Abbildung 15; Baubeginn des neuen Feuerwehrhauses

 

Im Jänner 1986 wurde im Einvernehmen mit Bürgermeister Karl Mocker beschlossen, ein neues Feuerwehrhaus zu errichten. Laut Zusage vom Bürgermeister sollten im Jahre 1986 ca. l Million Schilling seitens der Gemeinde in dieses Projekt investiert werden. Auf Grund dieser Aussage wurde im März 1986 mit der Rodung, Planierung und später mit dem Aushub des Kellers und der Grundfesten begonnen. Bereits im August konnte dank unermüdlicher Tätigkeit der Feuerwehrangehörigen und anderen Gemeindebürgern und Unterstützer das l . Rohbaufest veranstaltet werden. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits Fenster, Türen und Garagentore montiert. Leider verzögerte sich der Geldfluss seitens der Gemeinde, sodaß die Feuerwehrmänner gezwungen waren, die Bevölkerung um verstärkte finanzielle Unterstützung zu bitten.

 

  1987

In diesem Jahr wurde der Rohbau innen verputzt, gefliest und Heizung, Wasser und Strom installiert, sodass im August 1987 das “Fast Fertig-Fest” abgehalten werden konnte. Neben den Bautätigkeiten mussten die Feuerwehr öfter zu Bränden, technischen Einsätzen und Gefährliche-Stoffe-Einsätze ausrücken. Der Großbrand in Asparn, bei dem 4 landwirtschaftliche Objekte in Vollbrand standen und durch den besonderen Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr Tulbing über 70 Stück Rinder gerettet werden konnten, sei hier besonders erwähnt.

 

  1988

Erhalt eines gebrauchten SLF als Geschenk der Freiwilligen Feuerwehr Gerstetten/BRD. Das Ziel der Mannen, in diesem Jahr das Feuerwehrhaus fertig zu stellen wurde erreicht und im August dieses Jahres wurde das “Fertig-Fest” abgehalten. Die feierliche Eröffnung erfolgte ein paar Wochen später, am 28. August. Es wurde mit einem Einmarsch der umliegenden Feuerwehren unter Musikbegleitung unserer Blasmusik

Tulbing und dem Spielmannszug unserer Freundschaftswehr Gerstetten/BRD begonnen. HR GR Pfarrer Josef Vonwald zelebrierte die Messe vor dem Feuerwehrhaus. Umrahmt wurde diese rhythmische Messe vom “Waldviertler Sextett”.

Nach den Ansprachen der zahlreichen Ehrengäste, der Durchführung von Ehrungen und dem Verleihen von Auszeichnungen wurde das Feuerwehrhaus nach der Weihe seinen Bestimmungen übergeben. Der Kommandant bedankte sich bei allen, die zu diesem Gelingen beigetragen hatten und ersuchte alle Frauen der Feuerwehrkameraden, gemeinsam die Patenschaft über das Feuerwehrhaus zu übernehmen. Anschließend lud die FF Tulbing die zahlreich erschienenen Gäste zu Gulasch und Bier ein. Das Programm wurde nachmittags mit einer Vorführung des Niederösterreichischen Zivilschutzverbandes (Hubschrauberrettung von Verunfallten) mit Beteiligung des


Roten Kreuzes sowie natürlich unserer Feuerwehr fortgesetzt.

In diesem neuen Feuerwehrhaus war damit ab sofort das Selbstschutzinformationszentrum des N Ö ZS V, die Schadstoffeinheit und Strahlenschutzgruppe des Bezirk Tulln sowie ein Schulungs- und Informationszentrum der Feuerwehren des Abschnittes bzw. Bezirkes Tulln integriert.

Die Kosten des Feuerwehrhauses iHv. insgesamt 2,3 Mio. Schilling wurden wie folgt übernommen:

Gemeinde Tulbing ……………. 1.100.000,- S

Feuerwehr Tulbing …………… 1.200.000, S

Die Kosten dieses Neubaus konnten nur darum so gering gehalten werden, da von Seiten der Feuerwehr und anderen freiwilligen Helfern 11.000!! kostenlose Arbeitsstunden geleistet wurden. Ohne dieses tatkräftige Anpacken beim Bau (die 2,3 Mio. S stellen fast ausschließlich Materialkosten dar) hätte dieser Bau rund 10 Mio. S gekostet!

Geschenk eines gebrauchten SLF der Freiwilligen Feuerwehr Gerstetten BRD

Abbildung 16; Geschenk eines gebrauchten SLF der Freiwilligen Feuerwehr Gerstetten/ BRD

 

  1993

 Gründung der Feuerwehrjugen.

Gründung der Feuerwehrjugend

 

  1994

Stationierung eines gebrauchten Schadstofffahrzeuges.

 

  1996

Ankauf eines neuen TLF- 4000.

Tanklöschfahrzeug 400, Bj. 1996

 

  1997

Ankauf eines gebrauchten Kdo- Fahrzeuges. Großbrand im Bauernhof Stadler Chorherrn und Hochwassereinsatz in Abstetten.

 

  2000

Schadstoffeinsatz auf der B1. 2 Tankfahrzeuge wurden beim Zusammenstoß leck und mussten von der Schadstoffgruppe Tulbing umgepumpt werden.

 

Das Feuerwehrhaus der FF Tulbing

Abbildung 17; Das Feuerwehrhaus der FF Tulbing

 

 

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Samstag, 21. September 2019

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